Das digital gedruckte Buch wird vom Markt gefordert

03.08.2022

Seit dem ersten Juli 2022 hat Christian Praller die Leitung des Verkaufsbereiches Digitale Medien bei C.H.Beck in Nördlingen übernommen. Wir sprachen mit ihm über seine Beweggründe für den Wechsel zu C.H.Beck, seine Erfahrungen im Bereich Digitaldruck und Kleinauflagen und seine Vorstellungen für ganzheitliche Lösungen in der Herstellung von kleinen Auflagen.

20220623_Christian_Praller_Foto.jpgSie sind seit 1.7.2022 mit an Bord. Warum haben Sie sich für uns, die „Becksche“, entschieden?

Für mich vereint sich hier in renommierter Weise Tradition und Fortschritt in einer mehr als 250-jährigen Firmengeschichte.

Nicht nur im Bereich Dünndruck, wo wir bei unseren Kunden den höchsten Stellenwert haben und eine der größten Stärken der Druckerei liegt, hat die Becksche einiges zu bieten. Das umfangreiche Portfolio an Dienstleistungen, vom automatischen Satz sowie dem Serviceangebot von eMedien, hat mich schwer beeindruckt. Durch die Investition in eine Canon ProStream wurde nun die letzte Lücke der Wertschöpfungskette geschlossen und wir können auf die sinkenden Auflagen mit qualitativ hervorragendem Digitaldruck reagieren.

Die Möglichkeit, dass wir nun Lösungsanbieter und vollumfänglicher Dienstleistungspartner für unsere Kunden und deren Produkte sind, hat das endgültige Leuchten in meinen Augen entflammt. Wir bieten die Wertschöpfungskette eines Buches bereits von der Unterstützung der Herstellung in den Verlagen, über den auflagenstarken Erstdruck bis hin zum Nachdruck in kleinen und kleinsten Auflagen. Abrunden können wir das Portfolio perfekt mit unserem Schwesterunternehmen, der Nördlinger Verlagsauslieferung, mit Lagerergänzungen sowie DropShipment.

Was verstehen Sie unter „kleinsten Auflagen“?

Perspektivisch ist dies die Auflage 1, die für Bestellungen zum Endkunden unabdingbar ist und vom Markt gefordert wird. Die Bestellmenge von einem Buch ist aber nicht gleichbedeutend mit der Produktionsmenge in Auflage 1. Hier gilt es mit intelligenten Lösungen und einem hohen Automatisierungs- und Standardisierungsgrad die Kleinstauflage zu industrialisieren. Durch die eigens programmierten Softwarelösungen unseres eMedien-Bereichs ist hier ein enormes Potenzial um die kleine Auflage groß zu denken!

Welche Erfahrungen haben Sie in diesem Bereich?

Ich war die letzten sieben Jahre genau in diesem Business tätig. Am Anfang standen noch die kleinen Auflagen, die digital gedruckt und teilweise manuell verarbeitet wurden. Zum einen waren es die sinkenden Auflagen, zum anderen die geänderten Anforderungen von Verlagen, die das Volumen der kleinen Auflagen enorm anwachsen ließ. Viele Verlage benötigen ein intelligentes Lagermanagement (Print to Stock) und haben das Ziel, komplett ohne Lager (Print to Order) auszukommen – und das Ganze noch gepaart mit kurzen und flexiblen Lieferzeiten. Genau dies habe ich für viele Kunden realisiert und erfolgreich begleitet.

Welche Visionen haben Sie für die digitalen Prozesse?

Selbstverständlich dürfen wir bei „digital“ nicht nur an den Druck denken. Wir haben, und das hoffentlich noch sehr lange, die großen Auflagen im Offsetdruck. Eine seit Jahrzehnten ausgereifte Technologie, die in Rüstkosten und Makulatur stark optimiert wurde. Dies müssen wir uns erhalten, dürfen es jedoch in den Prozessen davor digital anreichern. Sei es mit automatischen Schnittstellen zu unseren Kunden, aber auch eine immer besser werdende Verzahnung unserer Prozesse. Dabei ist die Digitalisierung immer mehr auf dem Vormarsch. Jetzt aber nochmals der Blick auf unseren Digitaldruck, welcher in Punkto Qualität und Quantität für große Mengen in kleinen Auflagen bestens ausgelegt ist. Dieser wird eine entscheidende Rolle in allen Überlegungen der Gesamtlösung spielen und zukünftig nicht mehr wegzudenken sein. Früher musste man den Digitaldruck am Markt noch verkaufen, jetzt wird das digital gedruckte Buch vom Markt gefordert.

Vielen Dank für das Gespräch und Ihre Einschätzungen

Alles Gute und viel Erfolg

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