Von Novitäten alleine kann man nicht leben

07.02.2019

Was macht der Markt, welche Verlage digitalisieren ihre Backlist, wie hoch sind die Umsätze mit den wiederbelebten Titeln? Dazu gibt es keine validen Zahlen. Warum auch, das Thema gehört zu den Posten, die in den Bilanzen der Verlage nicht explizit genannt werden. Die meisten Verlage digitalisieren einzelne Titel oder Reihen, um sie lieferbar zu halten und die Rechte daran nicht zu verlieren. In die Öffentlichkeit gehen sie mit diesen Projekten nicht.

20190214_Backlist1.jpgDas Verständnis zur Backlist ist nicht überall dasselbe. Viele Verlage sehen darin ihr eigenes Verlagsprogramm an lieferbaren Titeln, plus ihrer Novitäten. Einige Verlage schreiben schwer verkäufliche Remittenden, beschädigte Bücher oder nicht dem Zeitgeist entsprechende Nischenprodukte in die Backlist. C.H.Beck in Nördlingen sieht darin nicht mehr lieferbare Titel, die wir vom gedruckten Buch aus digitalisieren und als eBook, Print-Datei und XML-Datensatz zur Verfügung stellen.

Nichtsdestotrotz sind sich Buchhändler und Verlage darüber einig, dass die Backlist eine solide Umsatzbasis bietet, weil sie sicher und gleichzeitig mit wenig Risiko im Verkauf belastet ist. Einhellig kommt die Rückmeldung aus den Verlagen, dass ihre Einnahmen zu mindestens 50% aus der Backlist generiert werden, die Ausgaben jedoch zu  80% durch die Novitäten entstehen. Im Buchhandel zeigt sich ein ähnliches Bild. Mindestens die Hälfte des Umsatzes stammt aus dem Verkauf des Bestandsprogramms.

Wäre es demnach nicht am vernünftigsten, die Backlist um 50% zu vergrößern, um den Umsatz um 25% zu steigern? Nun, so einfach ist es leider nicht, weil stets gute Gründe dafür vorliegen, wenn bestimmte Titel nicht mehr lieferbar sind. Doch wer kann schon sagen, ob sich Geschmack und Zeitgeist nicht in einigen Jahren ändern, und damit könnten auch ältere Titel erneut attraktiv sein, in aktueller Verpackung natürlich, mit Daten von C.H.Beck.Media.Solutions.

Novitäten sind anfangs leider kostenintensiv in Produktion und Bewerbung, ohne dabei eine Garantie für den Verkauf an den Endkunden zu bieten. Setzen die Verlage jedoch auf mehr Backlist und weniger Novitäten, lässt sich mit den Einsparungen mehr an Backlist finanzieren. Dadurch entsteht keine zusätzliche finanzielle Belastung für die Verlage bei gleichzeitig erhöhtem Angebot an lieferbaren Titeln. Wie das funktioniert, sehen Sie hier.

Fazit: Den Anteil der Backlist zu erhöhen, steigert den Umsatz für Verlage und den Buchhandel. Und dies zu überschaubaren Kosten.

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