Die schönsten Ecken sind rund

14.07.2020

„Die schönsten Ecken sind rund“ bezieht sich nicht (nur) auf Buchherstellung, sondern ist der Werbeslogan der Stadt Nördlingen, wenn sie für ihr touristisches Angebot wirbt. Und tatsächlich ist die runde Form etwas, was einem in Nördlingen immer wieder begegnet. Deshalb ist ein Besuch in Nördlingen, gerade in Zeiten von Corona, in denen man lieber Urlaub in Deutschland macht, eine runde Sache.

Schon wenn man die Stadt Nördlingen aus der Luft betrachtet, sticht die kreisrunde Form der Altstadt ins Auge. Nördlingen ist der Prototyp einer mittelalterlichen Stadt. Im Zentrum steht die imposante Kirche Sankt Georg, eine der größten spätgotischen Hallenkirchen Süddeutschlands. Sternförmig davon führen fünf Straßen in Richtung der fünf Stadttore, die die Altstadt begrenzen. Sie sind der Startpunkt von Straßen, die bereits die Römer angelegt haben, was man teilweise noch heute an dem kerzengeraden Verlauf der Straßen erkennt.

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Das gesamte Ensemble wird umgeben von einer Stadtmauer, die, wie könnte es anders sein, kreisrund verläuft und noch heute komplett begehbar ist. Hat man ein geübtes Auge und ist städtebaulich erfahren, so kann man innerhalb der Altstadt einen weiteren Ring erkennen. Dieser markiert den Verlauf der früheren Stadtmauer aus der Stauferzeit, die im 14. Jahrhundert durch die noch heute sichtbare Anlage ersetzt wurde.

Doch nicht nur historisch und städtebaulich ist Nördlingen interessant, sondern auch geologisch. Die Stadt liegt im Ries, einer geologisch besonderen Region. Das Ries ist der am besten erforschte Meteoritenkrater der Welt. Er entstand vor ca. 14,5 Millionen Jahren durch den Einschlag eines etwa 1 km großen Asteroiden. Durch die unvorstellbar hohe Energie, die beim Einschlag freigesetzt wurde, entstand ein kreisrunder (!) Krater mit einem Durchmesser von 25 km, dessen Ränder noch heute deutlich erkennbar sind. Bei schönem Wetter und guter Sicht empfiehlt sich die Besteigung des 90 m hohen Turms „Daniel" der Kirche Sankt Georg. Von dort oben hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt und die gesamte Region.  

Nähere Informationen zur Entstehung des Rieses finden Sie unter https://www.geopark-ries.de/entstehung-rieskrater/ oder im Rieskrater-Museum. Dort gibt es einen Teil des Mondes zu sehen. Der nicht ganz runde (!) Gesteinsbrocken, der von der Apollo-16-Mission auf die Erde gebracht wurde, ist eine Leihgabe der NASA.

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Wenn man sieht, wie runde Formen in Nördlingen und Umgebung das Stadtbild und die Gegend prägen, ist es nicht verwunderlich, dass wir als Druckerei das ab und zu übernehmen und zum Beispiel Bücher mit abgerundeten Ecken herstellen. Aber machen Sie sich selbst ein Bild bei einem Besuch in Nördlingen an der Romantischen Straße. Es ist eine runde Sache!

 

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