Corona-Wandertipps für das Wochenende

15.02.2021

Viele Eltern lernen gerade beim homeschooling in Mathe, Bio und Geschichte mehr als ihre Kinder. Die Wohnung ist rauf und runter renoviert. Säckeweise Pasta liegt auf den Hüften wie Blei. Urlaub ist nicht in Sicht? Doch! Die Wanderkultur boomt und schafft viele kleine Urlaube nebenbei. Wir hatten nur vorher keinen solchen Blick dafür. Also, Oma hatte recht: Nichts ist so schlimm, dass es nicht was Gutes hat. Hier ein paar unserer Favoriten fürs Wochenende.

Tipp 1: Der Dümmer-Deich-Weg

18 Kilometer sind es einmal um Niedersachsens zweitgrößten See, mit wunderbaren Möglichkeiten von Ort zu Ort zu wandern.

Der Weg verläuft über Deiche und Moorwege, vorbei an Aussichttürmen und Plattformen, mit vielen Informationen zum Natur- und Vogelschutz.

Auch regionale Künstler haben ihre Ideen rechts und links des Weges eingebaut.

20210217_duemmer2.jpgKleinere Streckenabschnitte sind

– von Lembruch bis nach Hüde,  ca. 3,5 km: dies sind die beiden Hauptorte mit vielen Einkehrmöglichkeiten, den Segelclubs, Strandbars und fast maritimen Charme im Sommer.

– von Hüde bis zur Huntebrücke (die Hunte ist der kleine Fluss, der sich durch den See schlängelt) sind es ca. 5 km und von der Huntebrücke bis nach Dümmerlohausen/Olgahafen sind es ca. 4 km. Auf dieser Strecke ist man alleine in der Natur und den Sümpfen auf der Westseite des Sees. Namensgeberin für den Hafen war übrigens die Tochter des Oldenburgischen Fürsten, die dem kleinen Anleger in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts einen Besuch abstattete. Die Fisch(aal!)brötchen aus den örtlichen Räuchereien sollte man sich nicht entgehen lassen.

– nach weiteren 6 km ist man zurück in Lembruch.20210217_duemmer1.jpg

Ein besonderer Moment: bei zugefrorenem See auf Schlittschuhen von Ort zu Ort quer über den See zu fahren, begleitet von Fussgängern, die dies im Gänsemarsch auch tun und den Eisseglern und -kitern.

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Tipp 2: Samstags nach Ulm

Mit 2 Rucksäcken bepackt starten wir samstags auf den Wochenmarkt direkt am Münsterplatz, um uns mit Leckereien für das Wochenende einzudecken.

Meine Kinder lieben den Wochenmarkt – die Marktbeschicker sind sehr freundlich, sie erhalten oft ein Versucherle – hier einen Apfel und dort ein Stück Käse.

Das zentrale Parkhaus am Rathaus hat den Vorteil, dass wir die Einkäufe direkt in das Auto verladen können.

Hinter dem Münsterplatz gibt es Richtung Platzgasse/Herrenkellergasse viele Spezialitäten und historische Gebäude zu bewundern. Gewürzmischungen, Ulmer Gin und natürlich die typische schwäbische Küche. Bei warmem Wetter laden hier normalerweise kleine Cafés wie das Fräulein Berger zum Frühstück in der Sonne ein.

20210217_ulm_fischergasse.jpgWir ziehen weiter über den Marktplatz mit dem wunderschön bemalten Rathaus nach Klein Venedig. Durch Gässchen vorbei, an liebevoll restaurierten mittelalterlichen Häusern an der Blau geht es zu einem kulinarischen Kleinod. Auch hier steht der Spatz von Ulm, das Ulmer Wappentier.

Im Fischerviertel verkauft Lilly köstliche Kuchen und Backwaren zum Mitnehmen. Ein kleiner unscheinbarer Laden mit einer äußerst großzügigen und freundlichen Inhaberin, die auch Backtipps für zuhause gibt.

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In der Schwörhausgasse steht das schiefste Hotel der Welt, das es zu einem Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde gebracht hat. Das ehemalige Bürgerhaus entstand im 15. Jahrhundert. Teilweise ist innen das originale Mauerwerk hinter Glas zu sehen. Externe Gäste können nach Anmeldung dort frühstücken.

Weiter geht’s über den Saumarkt, hier wurden früher Schweine verkauft, an die Donau. Da Ulm früher die Heimat vieler Handwerker war, findet man besonderes im Fischerviertel viele nette kleine Geschäfte und Galerien. Zumindest ein Schaufensterbummel ist im Moment möglich.

An der Uferpromenade lädt eine Holzterrasse zum Verweilen ein. Ein kleines Picknick mit Lillys Leckereien an der schönen Donau stärkt uns für den Nachmittag.

20210217_ulm_wilhelmsburg.jpgNun ziehen wir weiter nach Norden auf die Wilhelmsburg, um einen tollen Panoramablick über die Stadt zu genießen.

20210217_ulm_wilhelmsburg_turm.jpgDie Bundesfestung aus dem 19. Jahrhundert beherbergt im Sommer zahlreiche Konzerte und Veranstaltungen und hat einen tollen Aussichtsturm. Bei schönem Wetter kann man die Alpen sehen. Hier treffen sich Jung und Alt, um vor der tollen Kulisse Fotos zu schießen. Bei normaler Öffnung werden auch Führungen durch die Anlage angeboten. Die Bundesfestung hat eine eigene Imkerei, den Honig gibt es in der Herrenkellergasse zu kaufen.

Ein schöner Spaziergang um die Festungsanlage am Waldrand entlang, schließt unseren „Raus-in-die-Natur-Tag ab“.

https://www.ulmerfestungshonig.de/honig

https://www.festung-ulm.de/

https://www.hotelschiefeshausulm.de/

https://www.facebook.com/BestzeitLilly/

 

Tipp 3: Wolfsschlucht und Teufelskirche bei Nürnberg – Zu jeder Jahreszeit ein besonderes Erlebnis

20210217_wolfsschlucht.jpgSanfte Wald- und Wiesenwege führen in die großartige Wolfsschlucht mit ihrem Wasserfall und ihren bizarren Felsformationen, doch erst der Winter zeigt, wie magisch die Natur sein kann: sie verwandelt das Wasser in faszinierende gläserne Skulpturen. 

Die Wolfsschlucht, auch Teufelskirche genannt, gehört zu den geheimnisvollsten Flecken, die wir in dieser Region zu sehen bekommen.

„Die Sandsteinschlucht, wie sie mystischer nicht sein könnte. Leuchtend grün vom dichten Moosbewuchs. Klares Wasser, das sich als Wasserfall seinen Weg über die Kante bahnt. … Ein Weg hinab in die Schlucht, der richtig abenteuerlich ist, nach einem anfangs sanften und gemächlichen Einstieg.“ (Quelle: www.franklenlandler.com)

20210217_wolfsschlucht2.jpgDie Sage um die Teufelskirche:

„Während einer Hasenjagd, als die Jäger nahe der Schlucht standen, wohin die Hasen getrieben wurden, traf kein einziger Schütze. So oft einer auch abdrückte, wurde ihm von unbekannter Hand der Gewehrlauf verrückt. Ein Jäger bemerkte, wie eine Hand mit Krallen aus dem Rockärmel, rasch an den Gewehrlauf eines zielenden Schützen stieß. Er machte Lärm und alle Jäger legten nun auf den Teufel an, der in seiner Angst in die Schlucht stürzte und mit donnerähnlichem Krachen in die Felswand fuhr und die Felsbrocken herausschleuderte, wie sie heute noch da liegen. In Prackenfels kam er wieder heraus: Deshalb heißt diese Schlucht heute Teufelskirche.“

(Quelle: www.outdorractive.com)

 

Tipp 4: Kaltes Feld Weg bei Schwäbisch Gmünd

20210217_kaltes_feld.jpgDer Name „Kaltes Feld“ ist so gar nicht passend zu dieser Wanderung durch die Schwäbische Alb. Der Weg geht durch eine abwechslungsreiche Landschaft, die einen immer wieder überrascht. Sei es der Ausblick über den gesamten Albtrauf am Gipfelkreuz des Galgenbergs oder der Aussichtspunkt „Dreikaiserberge-Blick“: Immer wieder bezaubert einen die liebliche Landschaft.

Aber nicht nur landschaftlich gibt es etwas zu entdecken. Während der Wanderung passiert man am Hornberg einen der ältesten Segelflugplätze Deutschlands. Hier kann man sozusagen die Wiege des Segelflugsports sehen. Bei gutem Wetter staunt man über den Betrieb, der in der Luft und auf der Landebahn herrscht. Auch die Skisprungschanze Degenfeld liegt am Weg. Von hier stammt die erste Olympiasiegerin im Skispringen Carina Vogt.

Wenn einen nach der durchaus fordernden Wanderung der Hunger plagt, so lohnt eine Einkehr in einer der Wanderhütten, z.B. im Franz-Keller-Haus. Dort kann man auch die schwäbische Wandertradition pfegen und an einer der zahlreichen Feuerstellen seine mitgebrachten Würste über dem offenen Feuer grillen, vorausgesetzt man ist mit den dort üblichen Teleskop-Grillgabeln ausgestattet. 

https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/schwaebische-alb/kaltes-feld-weg-schwaebisch-gmuend/33863674/

 

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