Wege in die mobile Zukunft – Websites to go

15.10.2014

Die Einführung des iPhones vor rund acht Jahren hat die Webdesigner in Zugzwang gebracht und das Design von Websites revolutioniert. Laut einer Online Studie von ARD und ZDF sind aktuell 50% der Internet Nutzer mit Smartphones oder Tablets unterwegs, Tendenz steigend.

 

Websites damals und heute

Mussten früher beim Design von Websites fast nur Monitore zwischen 15 und 19 Zoll berücksichtigt werden, nehmen heute viele Faktoren Einfluss auf das Aussehen und Verhalten einer Website. Der User sitzt heute im Pub, im Park, im Bus oder im Urlaub am Meer und ist dort verschiedenen Bandbreiten und Lichtverhältnissen ausgesetzt. Soll sich der User darüber hinaus auf einer Internetseite einloggen oder eine Nachricht hinterlassen können, beeinflusst das zusätzlich die Komplexität der Website.

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Wie begegnet man diesen Herausforderungen?

Responsive Webdesign ist wohl inzwischen der gängigste Weg sich diesen Anforderungen zu stellen. Hierbei wendet die Website Techniken an, um die verschiedenen Geräte mit ihren unterschiedlichen Betriebssystemen, Browsern und Auflösungen mit der passenden Ansicht zu bedienen. Es wird quasi eine „Weiche“ eingebaut: iPhones mit Safari Browsern bitte rechts die Tür, Tablets mit Android Betriebssystemen und Chrome bitte die nächste Tür links… Das Zauberwort für Responsive Webdesign nennt sich „Media Query“.
Mit einem eigenen CSS-StyleSheet kann dem jeweiligen Gerät das passende Design untergeschoben werden. Auflösung, Quer- oder Hochformat, Smartphone, Tablet, Desktop… alles wird berücksichtigt.

Nachteile Responsive Design

Bedenken muss man beim Responsive Design allerdings den entsprechenden Mehraufwand und das Pflegeaufkommen beim Programmieren der Websites. Außerdem wird der Quellcode extrem anwachsen, wenn alle Möglichkeiten verbaut werden sollen und damit erhöhen sich auch die Ladezeiten der Websites. Voraussetzung ist auch ein aktueller Browser, da ältere Versionen CSS-StyleSheets nicht verarbeiten und die Anweisungen somit nicht verstehen können.

 

Mobile Websites stellen eine weitere Möglichkeit dar, den mobilen Anforderungen gerecht zu werden. Mit dieser Methode kann man optimal auf die mobilen User eingehen, da die komplette Website, mit eigener Adresse (z.B. http://mobile-beck-online.beck.de statt http://beck-online.beck.de) autark und „abgespeckt“, erstellt wird. Denn bei diesen gibt es ja nicht nur technische sondern auch oftmals inhaltlich andere Bedürfnisse. Unterwegs braucht man in der Regel Informationen, die schnell zu finden sind, ohne dass man von aufwendigen Grafiken oder Beiträgen zur Firmenentstehung von seinem Ziel abgelenkt wird. Vielleicht muss man nur schnell wissen, wo sich die nächste Postfiliale befindet oder wie die Service-Nummer von VISA lautet. Man muss also nicht nur technisch „mobil denken“ sondern sich auch inhaltlich auf das Wesentliche konzentrieren und überflüssiges weglassen.

 

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Nachteile Mobile Websites

Nachteile für Mobile Websites ergeben sich auch hier aus dem erhöhten Pflegeaufwand, da man sowohl die Hauptseite für die Desktop-Nutzer als auch die Mobile Website aktuell und sicher halten muss – hieraus ergibt sich ein doppelter Aufwand. Banner-Werbung und somit monetäre Bezüge sind durch diese Darstellungsweise auch stark eingeschränkt, da sich diese nur schlecht oder gar nicht umsetzten lässt.

 

Die App-Entwicklung wäre ein weiterer Mitspieler im Team der mobilen Darstellung. Mit Werkzeugen wie Phone-Gap lassen sich plattformübergreifende Apps für alle gängigen Betriebssysteme entwickeln. Hierbei wird nicht nur der Bereich designt, der die Informationen und Inhalte bereitstellt, darüber hinaus können die Apps auch einen hohen Mehrwert bieten, in dem sie die Zugriffe auf Hardware und andere Apps, wie beispielsweise Kamera und Adressbuch, ermöglichen. Zusätzlich können Push-Benachrichtigungen, wie man sie vom Facebook Messenger oder dem Postfach kennt, ausgelöst werden.

Nachteile Apps

Die Kosten für diese Variante sind relativ hoch. Neben der gängigen Website für die Desktop Ansicht müssen die Apps auch für Apples iOS, Android sowie Windows Phone aus dem Hause Microsoft programmiert werden. Viel Aufwand, späteres Pflegeaufkommen noch nicht inbegriffen.

Sicherheit und Qualitätsprüfung

Für alle Strategien müssen außerdem umfangreiche, sich regelmäßig wiederholende Sicherheitsüberprüfungen stattfinden, erst Recht, wenn sie im Unternehmensbereich eingesetzt werden sollen. Das Speichern von Passwörtern, insbesondere bei Verlust der mobilen Geräte, ist kritisch zu betrachten. Diese Funktion sollte also vom Programmierer deaktiviert werden. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass Daten nur via SSL bzw. HTTPS übertragen werden, um bei der Übertragung das Mitlauschen Dritter zu verhindern.
Viel Arbeit versteckt sich auch hinter dem Testen aller Smartphones und Tablets inklusive Hardware und Betriebssystemen. Es werden hierfür eine Anzahl von Simulatoren angeboten, letztendlich muss man sich aber fragen, ob man alle Konstellationen von mobilen Geräten, Betriebssystemen und Browsern wirklich hinreichend testen kann.

 

Und dann noch...

 

Äquivalente Überlegungen sind anzustellen, wenn es um das Erstellen einer eMail geht, gerade im Sinne von Newsletter-Mailings.
Die diversen Mail-Programme ersetzen hierbei die Vielzahl der Browser.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem nächsten Newsletter.

 

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